RETTET DAS S

Was ist "Rettet das s"? ..... Hierbei handelt es sich um eine kleine Initiative zur Erhaltung des altdeutschen "s" (siehe Bild) im Schriftzug "Fürstenberg".

Hier seht ihr das Logo der Aktion mit dem altdeutschen "s", wie es jeder im Schriftzug von Fürstenberg kennt. Seit
Einführung der neuen Werbekampagne wurde dieser Buchstabe durch das sog. "runde s" ersetzt.

Freitag, August 25, 2006


"Rettet das s" im Schwarzwälder Boten
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"Rettet das s " im Südkurier am 18.08.2006

"Rettet das Fürstenberg-S"

Der "Tradition verpflichtet", so verkündete über viele Jahr hinweg ein Werbeslogan der Fürstenberg-Brauerei. Und über Jahrzehnte hielt man sich auch in einem formalen Bezug strikt an dieses Credo, obwohl gleichzeitig immer wieder Diskussionen darüber flackerten: Soll im Markenlogo, das zu den bekanntesten Bier-Schriftzügen der Republik gehört, das antiquierte Lang-S nicht doch besser gegen das zeitgemäße Rund-S ersetzt werden - so lautete die ewige Frage. Als sich die Brauerei in den 80-er Jahren verstärkt um Exportmärkte bemühte, war dieser S-Tausch für die ins Ausland speditierten Gebinde schon erfolgt; seitdem existierten zwei Logos: Das deutsche mit dem Lang-S und das Export-Etikett mit dem geschnörkelten Buchstaben.

Damit sei jetzt Schluss, verkündete Marketing-Chefin Regina Gerschermann am Mittwoch bei der Präsentation der neuen Werbekampagne und Markenausstattung (wir berichteten). Schleichend hat das Brauhaus das Logo auf Rund-S umgestellt und auch an der grafischen Garnierung wie etwa dem Wappen gezupft. Nicht akzeptabel nämlich sei es gewesen, so erklärte Regina Gerschermann, zwei verschiedene Logos einzusetzen. Zudem sei der Schriftzug auch nach der Reform unverwechselbar und identitäts-treu. Und schließlich habe man herausgefunden, dass es in der bis ins Jahr 1283 zurück reichenden Firmengeschichte schon einmal eine Epoche gab, in der das Rund-S galt.

Doch ganz stumm schluckt die Biertrinker-Front den Logo-Wandel offenbar doch nicht. Denn prompt regt sich jetzt eine freilich mit einem gewissen Schmunzeln gegründete "Bürgerinitiative", fordert die Rettung des Lang-S. Der 31-jährige IT-Kaufmann Jens Egenberger, der frühere Danube-Hammers-Präsident und Werbeberater Harald Hubrich, der Maschinenbau-Ingenieur Rolf Biehler, der 31-jährige Lehrer Michael Pflumm und der Verwaltungsangestellte Mathias Trautmann - alles Donaueschinger - wollen mit einer Kampagne an der "Fälschung" rütteln. Eine Edition von T-Shirts mit dem Aufdruck "Rettet das S" haben sie schon aufgelegt, tragen sie bei öffentlichen Anlässen und bieten sie bald - übrigens bei beachtlicher Nachfrage - zum Kauf an.

Sogar mit einem Belegbeispiel dafür, wie eine Marke mit dem antiquierten Lang-S beste Zukunftsaussichten hat, führt die Bürgerinitiative an. Jägermeister nämlich befinde sich auf einem anhaltenden Siegeszug sogar auf Übersee-Märkten, aber dort sei der altdeutsche Buchstabe nicht auf der Strecke geblieben.

Wolfgang Losert


"Rettet das s " in der Bietigheimer Zeitung am 23.08.2006

DESIGN / DER FÜRSTENBERG-SCHRIFTZUG WIRD MODERNISIERT

Bierfans wollen das alte "S" auf den Etiketten behalten

Die Tradition der Fürstenberg-Brauerei reicht bis 1283 zurück. Die des Schriftzugs mit dem altdeutschen "S" endet aber derzeit. Dagegen regt sich Widerstand.

Der Schriftzug "Fürstenberg" mit dem altdeutschen, langgezogenen "S" auf den Etiketten der Bierflaschen aus Donaueschingen im Schwarzwald-Baar-Kreis hat eine jahrzehntelange Tradition und einen hohen Wiedererkennungswert. Doch nach dem Willen der Brauerei soll nun damit Schluss sein. Das alte "S" wird ersetzt durch ein modernes Rund-S, das im Erscheinungsbild zwar dem bisherigen Schriftzug angepasst ist, diesen aber doch verändert.

Die Etiketten-Entscheidung der Brauerei ist Teil einer Kampagne, die vor einigen Tagen gestartet wurde. Die Fürstenberg-Geschäftsführung mit dem Vorsitzenden Friedrich Georg Hoepfner will mit den Neuerungen die Marke "zurück an die Spitze" bringen. Damit dies gelingt, wurden die Etiketten einer "sanften Modernisierung" unterzogen, um so dem "gewandelten Geschmack des Publikums gerecht zu werden", informiert Marketingleiterin Regina Gerschermann.

Flascheninhalt wichtiger

Die Mehrheit der Bierkäufer interessiert vermutlich mehr, was in der Flasche drin ist als das, was darauf klebt. Doch es gibt Ausnahmen. In der Heimat des Bieres regt sich sanfter Widerstand. Matthias Trautmann hat das neue "Rund-S" auf dem Etikett eines Fürstenberg-Radlers entdeckt und fand das gar nicht gut. In Rolf Biehler, Harald Hubrich, Michael Pflumm und Jens Egenberger fand er Gesinnungsgenossen, und gemeinsam beschlossen sie, das nicht ohne Widerspruch durchgehen zu lassen.

"Wir haben uns Polo-Shirts mit dem Aufdruck ,Rettet das "S machen lassen", sagt Harald Hubrich. Die tragen inzwischen nicht nur die fünf Protestierer bei jeder Gelegenheit, bei der das Fürstenberg-Bier eine Rolle spielt. Weitere zehn Mitstreiter streifen sich die Shirts inzwischen auch über. Sie wollen darauf hinweisen, dass es um das alte "S" schade ist. "Das sieht doch super aus, das möchten wir nicht so einfach aufgeben", sagt Hubrich. Bis jetzt habe die Brauerei auf den Gag noch nicht reagiert. "Aber wir würden uns freuen, wenn wir zu einer Brauerei-Führung eingeladen würden", meint Hubrich.

VON PETRA WALHEIM